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Was sind klimakterische Früchte?

Manche Pflanzen werden reif geerntet, andere dagegen reifen auch nach der Ernte noch nach. Wenn sie noch nachreifen, werden sie klimakterische Früchte genannt – andernfalls nichtklimakterische Früchte. Der Prozess der Nachreifung wird in der Fachsprache Klimakterium genannt.

Klimakterische Früchte reifen nach

Bei klimakterischen Früchten ist der Erntezeitpunkt entscheidend, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Wenn sie gepflückt werden, nachdem sie die Mindestreife oder Pflückreife erreicht haben, können sie auch ohne Verbindung zur Pflanze noch weiter reifen. Dann beginnt der Prozess des Klimakteriums, bei dem sich die Atmung der Pflanzen verdoppelt bis verdreifacht. Das heißt, es wird die doppelte bis dreifache Menge Sauerstoff aufgenommen und auch entsprechend viel Kohlenstoffdioxid abgegeben.

Wichtig bei diesem Prozess ist das Pflanzenhormon Ethen, das zwischen den Zellen der Pflanze zu finden ist. Ab einem bestimmten Reifegrad wird dieses Hormon von den Früchten selbst produziert und auch an die Umgebung abgegeben. Auf diese Weise kommt es dazu, dass unreife Tomaten in ihrem Reifeprozess beschleunigt werden können, indem sie in der Nähe von reifen Tomaten gelagert werden, die Ethen abgeben. Einige Gartenfreunde werden diese Methode kennen. Beim Import von Lebensmitteln wird sie häufig gezielt eingesetzt. Dann wird der Reifeprozess während des Transports durch entsprechende Bedingungen wie kühle Temperaturen unterbunden, um am Zielort die Früchte mit Ethen zu begasen und so eine gleichmäßige und zeitgesteuerte Reifung zu erreichen.

Beispiele für klimakterische Früchte

Ein typisches Beispiel für klimakterische Früchte sind die Bananen, die noch grün gepflückt werden. Sie werden aber nicht nur deshalb so früh geerntet, damit sie in alle Welt exportiert werden können; auch von den Einheimischen werden sie für den eigenen Bedarf grün gepflückt, um sie an einer schattigen Stelle zu Ende reifen zu lassen. Andernfalls würden sie nicht süß, sondern mehlig werden und an der Staude hängend aufplatzen. Bei der Reifung der Bananen wird Stärke in Zucker verwandelt und sorgt so für den typischen Geschmack. Durch die natürliche Produktion von Ethen beziehungsweise die Begasung mit diesem Stoff werden die Bananen dann gleichmäßig reif.

Zu den klimakterischen Früchten gehören neben der Tomate und der Banane auch Apfel, Aprikose, Avocado, Birne, Cherimoya, Elsbeere, Feige, Guave, Heidelbeere, Kaki, Kiwi, Mango, Nektarine, Olive, Papaya, Passionsfrucht, Pepino, Pfirsich und Pflaume.

(U. Vöcking)

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